Amnesty International hat am 16. Oktober 2026 eine „Urgent Action“ (Eilaktion) veröffentlicht, die sich damit befasst, wie die iranischen Behörden im Zusammenhang mit den landesweiten Massenprotesten vom Januar 2026 mindestens 34 Menschen willkürlich hingerichtet haben – nach grob unfairen Gerichtsverfahren, in denen es zu Folter kam.
Die Gerichtsverfahren wiesen durchgehend eklatante Mängel auf. So wurde den Angeklagten systematisch der Zugang zu unabhängigen Anwälten verwehrt. Die Urteile basierten häufig auf unter Folter erpressten „Geständnissen“ oder vagen Auswertungen von Mobilfunkdaten. Die Todesurteile wurden meist für unscharfe Straftatbestände wie „Feindschaft gegen Gott“ (Moharebeh), Spionage oder Gefährdung der nationalen Sicherheit verhängt und ergingen in extrem beschleunigten Verfahren.
Es besteht die Sorge vor weiteren Hinrichtungen im Kontext der Proteste, zumal offizielle Stellen öffentlich angekündigt haben, die Vollstreckung von Todesurteilen gegen vermeintliche „Putschisten“ voranzutreiben. Seit April 2026 hat der Oberste Gerichtshof Irans zudem die Verurteilungen und Todesurteile gegen mindestens 20 weitere Personen bestätigt, die mit dem Aufstand vom Januar 2026 in Verbindung stehen. Diesen Demonstrant*innen und politischen Gefangenen droht derzeit die unmittelbare Exekution. Iran nutzt die Todesstrafe gezielt, um Kritik zu unterdrücken und Angst in der Bevölkerung zu schüren. Amnesty International fordert einen sofortigen Vollstreckungsstopp sowie die Aufhebung aller Urteile.
Die Eilaktion ist in englischer Sprache unter folgendem Link online abrufbar:
https://www.amnesty.org/en/documents/mde13/1573/2026/en/
