Iran: jugendlicher Demonstrant willkürlich hingerichtet

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Am 02. April 2026 erfuhr Amnesty International mit tiefem Bedauern, dass die iranischen Behörden den jugendlichen Demonstranten Amirhossein Hatami exekutiert haben. Nachfolgend findet ihr eine Stellungnahme der Organisation zu seiner willkürlichen Hinrichtung.

Amnesty International ist empört über die willkürliche Hinrichtung des jugendlichen Demonstranten Amirhossein Hatami im Gefängnis Ghezel Hesar. Er wurde weniger als einen Monat nach seiner Festnahme im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar 2026 zum Tode verurteilt. Vorausgegangen war ein grob unfairer Prozess vor einem Revolutionsgericht in Teheran, in dem ihm vorgeworfen wurde, versucht zu haben, gewaltsam in eine Militäreinrichtung einzudringen und Brandstiftung begangen zu haben.

Die Hinrichtung von fünf Demonstranten und Dissidenten zwischen dem 30. März und 02. April entlarvt die Justiz der Islamischen Republik Iran einmal mehr als das, was sie ist: ein Instrument der Repression, das Menschen an den Galgen führt, um Angst zu verbreiten und Rache an jenen zu üben, die grundlegende politische Veränderungen fordern.

Mindestens fünf weitere Demonstranten, die in demselben Fall verurteilt worden waren, sind inzwischen ebenfalls hingerichtet worden am 04. April Abolhassan Montazer und Vahid Bani Amerian, am 05. April Mohammad Amin Biglari und Shahin Vahedparast Kolo und am 06. April Ali Fahim. Amnesty International trauert mit ihren Familien.

Schon bis zum 01. April hatten die Behörden innerhalb von 24 Stunden vier Männer im Geheimen exekutiert: Babak Alipour, Pouya Ghobadi, Akbar (Shahrokh) Daneshvarkar und Mohammad Taghavi Sangdehi. Ein Protestteilnehmer im Ghezel Hesar Gefängnis in der Provinz Alborz befindet sich in akuter Gefahr, ebenfalls enthauptet zu werden. Setzt euch jetzt gegen die geplante Hinrichtung von Abolfazl Salehi Siavashani, ein! Hier geht es zu einer [Eilaktion].

Nach wiederholten Drohungen, Hinrichtungsverfahren zu beschleunigen, droht mindestens 22 weiteren Personen, darunter zwei Minderjährige, ebenfalls das Todesurteil. Diese Personen stehen in beschleunigten, von Folter geprägten und grob unfairen Verfahren wegen angeblicher Straftaten, die sie während der Proteste im Januar 2026 begangen haben sollen, vor Gericht.

Amnesty International fordert die internationale Gemeinschaft dringend auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Druck auf die iranischen Behörden auszuüben, damit diese weitere Hinrichtungen einstellen und Todesurteile aufheben.

Weitere Informationen findet ihr [hier].

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17. April 2026