Der 53-jährige Afro-Amerikaner sollte Anfang März 2026 im Bundesstaat Florida (USA) mit der Giftspritze hingerichtet werden. Er war für die tödlichen Schüsse auf einen weißen Polizeibeamten im Jahr 1991 zum Tode verurteilt worden. Zu der Tat kam es 84 Tage nach Billy Kearses 18. Geburtstag.
Billy Kearses Kindheit war von Armut, Missbrauch und Vernachlässigung geprägt. Ein Experte kam zu dem Schluss, dass der Verurteilte eine kognitive Beeinträchtigung hat, wodurch seine Hinrichtung verfassungswidrig wäre. Ein Neuropsychologe schrieb in seinem Gutachten, dass Herr Kearse eindeutig an einer lebenslangen Intelligenzminderung leidet, d. h. er hat einen IQ-Wert, der durchgängig im Bereich der geistigen Behinderung liegt. Amnesty International appellierte an den Gouverneur von Florida, die Hinrichtung zu stoppen und das Todesurteil umzuwandeln.
Zwei Richter*innen des Obersten Gerichtshofs von Florida sprachen sich gegen das Todesurteil aus und merkten in einem Schreiben an den Begnadigungsausschuss im Jahr 2025 an: „Unterm Strich ist dies eindeutig kein Todesstrafenfall“.
Billy Kearse wurde gleichwohl am 3. März 2026 im US-Bundesstaat Florida hingerichtet. Letzte Anträge auf eine gerichtliche Überprüfung wegen seiner geistigen Behinderung blieben erfolglos. Der Gouverneur schritt nicht ein. ‒ Vielen Dank an alle, die im Namen des Gefangenen aktiv werden konnten.
Im Jahr 2025 fanden in den USA landesweit 47 Hinrichtungen statt, eine beträchtliche Zunahme gegenüber den 25 Exekutionen des Jahres 2024. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch die Hinrichtungspraxis des Bundesstaats Florida ausgelöst, wo im Jahr 2025 19 Todesurteile vollstreckt wurden. Bis Anfang März 2026 wurde in Florida bereits schon wieder dreimal die Todesstrafe vollstreckt.
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