Mit Entsetzen hat Amnesty International erfahren, dass 30 Personen in Iran wegen angeblicher Straftaten im Zusammenhang mit den Protesten im Januar 2026 die Hinrichtung droht. Darunter sind acht Personen, die innerhalb weniger Wochen nach ihrer Festnahme das Todesurteil erhielten.
Iranische Gerichte haben im Februar 2026 über mindestens acht Menschen das Todesurteil gefällt. Wenigstens 22 weitere Personen, darunter zwei Minderjährige, laufen Gefahr, ebenfalls mit dem Tode bestraft zu werden. Sie stehen in beschleunigten, von Folter geprägten und grob unfairen Verfahren wegen angeblicher Straftaten, die sie während der Proteste im Januar 2026 begangen haben sollen, vor Gericht. Etliche sehen sich mit der vagen und weit gefassten Anklage der „Feindschaft zu Gott“ (moharebeh) konfrontiert.
Amnesty International geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der von der Todesstrafe bedrohten Personen noch sehr viel höher ist, da die Behörden die Familien systematisch davor warnen, sich zu äußern, den Inhaftierten während der Ermittlungen den Zugang zu einem Rechtsbeistand verweigern und die von den Familien bestellten Rechtsbeistände in den Gerichtsverfahren nicht anerkennen. „Geständnisse“ mehrerer Personen aus der Gruppe der 30 wurden im Fernsehen ausgestrahlt. Damit verstießen die Behörden gegen die Unschuldsvermutung.
Amnesty International fordert, die Schuldsprüche und Todesstrafen unverzüglich aufzuheben, von der Verhängung weiterer Todesurteile abzusehen und dafür zu sorgen, dass alle, die einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden, ein faires Gerichtsverfahren nach internationalen Standards erhalten, ohne Rückgriff auf die Todesstrafe. Alle Gefangenen, die allein wegen der Ausübung ihrer Menschenrechte wie den Rechten auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung inhaftiert sind, müssen schnell freigelassen werden.
Aktiv werden:
Setz dich bitte für alle Menschen ein, denen in Iran zurzeit wegen ihrer Teilnahme an Protesten die Todesstrafe droht.
Hier geht es zu einer [Eilaktion].
Dort findest du Hintergrundinformationen sowie einen Appell, den du direkt online, per Post oder über dein eigenes E-Mail-Programm an die Behörden verschicken kannst.
Mehr dazu:
Eine Pressemitteilung von Amnesty International in englischer Sprache ist unter diesem [Link] abrufbar.
