HINRICHTUNG VON MATSUMOTO KENJI STOPPEN!

Seit mehr als 30 Jahren sitzt Matsumoto Kenji in Japan im Todestrakt – obwohl er seit seiner Geburt eine geistige Behinderung hat und nicht mehr in der Lage ist zu verstehen, was mit ihm geschieht.

Sein Todesurteil beruht auf einem unter Druck entstandenen Geständnis. Trotzdem halten die Behörden bis heute an ihrer Entscheidung fest. 1993 erging das Todesurteil gegen ihn nachdem ihm gemeinsam mit seinem Bruder zwei Raubüberfälle und Morde vorgeworfen worden waren. Kurz nach der Festnahme nahm sich sein Bruder das Leben. Das Gericht erkannte zwar an, dass Matsumoto Kenji in einer abhängigen Beziehung zu seinem Bruder stand und sich nicht gegen diesen behaupten konnte, entschied aber trotzdem, dass er schuldfähig sei und die Höchststrafe verdient habe.

Seit September 2004 wurden mehrere erfolglose Anträge auf Begnadigung und Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Drei Jahrzehnte in Einzelhaft haben Matsumoto Kenji schwer gezeichnet. Der 74-Jährige sitzt mittlerweile im Rollstuhl, leidet unter Wahnvorstellungen und kann nicht mehr kommunizieren oder verstehen, was seine Verurteilung für ihn bedeutet.

Was tun?

  • Bitte werdet jetzt aktiv und fordert den japanischen Justizminister auf, die Hinrichtung von Matsumoto Kenji sofort zu stoppen. Internationale Menschenrechtsstandards verbieten eindeutig die Verhängung der Todesstrafe gegen Menschen mit mentalen und intellektuellen Beeinträchtigungen.
  • Drängt darauf, dass die Haftbedingungen von zum Tode Verurteilten verbessert werden, einschließlich der Abschaffung der Isolationshaft.
  • Verlangt, dass alle Todesurteile in Japan in Haftstrafen umgewandelt werden. In einem nächsten Schritt sollte dann ein Hinrichtungsmoratorium als erster Schritt zur Abschaffung der Todesstrafe eingeführt werden.

Mehr Informationen und Adressen dazu [hier].

Todesstrafe in Japan

Japan ist einer von weltweit nur noch zwei hoch industrialisierten Staaten, in dem weiterhin Todesurteile vollstreckt werden (der andere sind die USA). Im Durchschnitt werden in Japan einige wenige Gefangene im Jahr hingerichtet. Seit 1992 blieben nur die Jahre 2011, 2020, 2023 und 2024 gänzlich ohne Hinrichtungen. Die Haftbedingungen in den Todestrakten sind hart und geprägt von Isolation und strikter Disziplin. Die durchschnittliche Wartezeit im Todestrakt beträgt etwa zwölf Jahre. Einige Todeskandidaten sitzen jedoch schon deutlich länger in der Todeszelle ein.

Hinrichtungen finden im Geheimen statt und werden durch den Strang vollzogen. Todeszelleninsassen erfahren von ihrer Hinrichtung erst am frühen Morgen desselben Tages. Die Gefangenen müssen in der ständigen Angst leben, dass der nächste Tag ihr letzter sein kann.

13. Januar 2026