Im Jahr 2009 wurden mindestens 714 Menschen in 18 Ländern hingerichtet und mindestens 2.001 Personen in 56 Staaten zum Tode verurteilt.
Diese Angaben beinhalten allerdings nur die Amnesty International bekannt gewordenen Fälle ohne Hinrichtungen und Todesurteile aus der Volksrepublik China. Die tatsächlichen Todesstrafenzahlen liegen in einigen Staaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich höher. Zwei Staaten schafften 2009 die Todesstrafe vollständig ab: Togo und Burundi.
In Europa und Zentralasien fand 2009 keine Hinrichtung statt. Belarus ist das einzige Land in Europa, das nach wie vor auf die Todesstrafe setzt. Auf dem Doppelkontinent Amerika richteten lediglich die USA Menschen hin.
Auf dem asiatischen Kontinent haben wahrscheinlich tausende Hinrichtungen in China stattgefunden. Dort fallen Informationen über die Todesstrafe immer noch unter das Staatsgeheimnis. Nur von sieben weiteren asiatischen Staaten wurde bekannt, dass dort Hinrichtungen stattgefunden haben: Bangladesch, Japan, Malaysia, Nordkorea, Singapur, Thailand und Vietnam. Aus diesen Ländern wurden 26 Exekutionen bekannt. Afghanistan, Indonesien, die Mongolei und Pakistan führten 2009 keine Hinrichtungen durch, was im Hinblick auf die letzten Jahre eine Premiere für diese Staaten bedeutet.
Im Nahen Osten und Nordafrika fanden mindestens 624 Hinrichtungen in sieben Ländern statt: Ägypten, Irak, Iran, Jemen, Libyen, Saudi-Arabien und Syrien. In Saudi-Arabien und im Iran wurden zum Tatzeitpunk Minderjährige hingerichtet. Dies verstößt gegen das Völkerrecht. Mehrere Länder – Algerien, Libanon, Marokko und Tunesien – hielten an ihren seit langem bestehenden Hinrichtungsmoratorien fest.
Im südlichen Afrika richteten zwei Staaten 10 Gefangene hin: Botsuana und der Sudan. In Kenia wurden mehr als 4.000 Todesurteile in Gefängnisstrafen umgewandelt.
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