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Vierte Hinrichtung in Arkansas



02.05.2017

Vierte Hinrichtung in Arkansas
Herr KENNETH WILLIAMS, 38 Jahre

Demonstration gegen die Todesstrafe in Boston, USA: © Amnesty International
Demonstration gegen die Todesstrafe in Boston, USA: © Amnesty International

Kenneth Williams wurde am 27. April im US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet. Er war wegen eines 1999 im Zusammenhang mit einem Gefängnisausbruch begangenen Mordes zum Tode verurteilt worden. Er starb als vierter zum Tode verurteilter Gefangener in Arkansas seit dem 20. April, nachdem dort über ein Jahrzehnt keine Hinrichtung stattgefunden hatte.

Im September 1999 wurde Kenneth Williams wegen eines 1998 begangenen Mordes in Pine Bluff im US-Bundesstaat Arkansas zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe ohne Möglichkeit der vorzeitigen Haftentlassung verurteilt. Am 3. Oktober 1999 gelang dem damals 20-Jährigen der Ausbruch aus der Hafteinrichtung. Am Nachmittag des Ausbruchs wurde Cecil Boren unweit des Gefängnissses in seinem Haus erschossen und sein Transporter gestohlen. Am darauffolgenden Tag entdeckte die Polizei das Fahrzeug im Nachbarbundesstaat Missouri und nahm die Verfolgung auf. Während der Verfolgungsjagd kam der Fahrer eines anderen Transporters, Michael Greenwood, ums Leben, als die beiden Fahrzeuge zusammenstießen. Die Polizei nahm Kenneth Williams fest, als er zu Fuß vom Unfallort fliehen wollte. Er wurde vor Gericht gestellt und im Juni 2000 des Mordes an Cecil Boren für schuldig befunden. Die Geschworenen sprachen sich für die Todesstrafe aus.

Alle bis zuletzt eingelegten Rechtsmittel wurden zurückgewiesen. Die Hinrichtung von Kenneth Williams war ursprünglich auf 19 Uhr am 27. April festgesetzt worden. Sie wurde dann verschoben, weil der Oberste Gerichtshof der USA noch darüber befinden musste, ob er sich in den Fall einschaltet. Nachdem der Oberste Gerichtshof dies abgelehnt hatte, wurde das Todesurteil vollstreckt. Kenneth Williams wurde um 23:05 Uhr für tot erklärt, 13 Minuten nach Beginn der Hinrichtung durch die Injektion verschiedener Substanzen, die zum Tod führen. Knapp eine Stunde später wäre der Hinrichtungsbefehl ausgelaufen.

Kenneth Williams war damit der vierte Gefangene, der seit dem 20. April in Arkansas hingerichtet wurde. Geplant waren acht Hinrichtungen innerhalb von elf Tagen ab dem 17. April. Vier der Todeskandidaten haben einen Hinrichtungsaufschub erhalten.

Asa Hutchinson, der Gouverneur von Arkansas, veröffentlichte nach der Hinrichtung von Kenneth Williams eine Stellungnahme, in der er erklärte: "Der lange Weg der Gerechtigkeit hat heute zu seinem Ende gefunden und Arkansas kann auf die letzten beiden Wochen in dem Vertrauen zurückblicken, dass das Rechtssytem unseres Bundesstaates funktioniert. Die Vollstreckung des Urteils der Jury gegen Kenneth Williams war notwendig. Es bestand nie ein Zweifel an der Schuld." Er sagte: "in den letzten sieben Tagen" haben die Familien der Mordopfer, "nach Jahrzehnten des Wartens", in den Fällen der nun Hingerichteten "endlich die Gerechtigkeit erfahren, die ihnen versprochen wurde, und sie haben gesehen, dass unser Gesetzessystem eine Bedeutung hat."

Die vier Todesurteile wurden innerhalb weniger Monate vollstreckt, nachdem die niedrigste jährliche Exekutionsrate seit 25 Jahren in den USA festgestellt wurde und die Zahl der Todesurteile in den USA weiterhin abnimmt. Bis heute haben 141 Staaten weltweit die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.
Bislang sind im Jahr 2017 in den USA zehn Hinrichtungen vollzogen worden. Damit steigt die Zahl der seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen im Jahr 1976 vollstreckten Todesurteile auf 1.452. Mit den vier nun vollstreckten Todesurteilen in Arkansas liegt die Gesamtzahl der Hinrichtungen in diesem Bundesstaat seit 1977 bei 31.

Amnesty International wendet sich uneingeschränkt in allen Ländern und in allen Fällen gegen die Todesstrafe.

Vielen Dank allen, die versucht haben, die Hinrichtung von Kenneth Williams zu verhindern.


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