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Jones hingerichtet



26.04.2017

Jones hingerichtet
Herr JACK JONES, 52 Jahre alt

Regierungen, die mit der Todesstrafe Verbrechen bekämpfen wollen, betrügen sich selbst: © Amnesty International
Regierungen, die mit der Todesstrafe Verbrechen bekämpfen wollen, betrügen sich selbst: © Amnesty International

Jack Jones ist am 24. April wegen eines 1995 verübten Mordes hingerichtet worden. Er war einer der beiden Todeskandidaten, die am 24. April im US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet wurden. Es ist das erste Mal seit 2000, dass ein US-Bundesstaat zwei Hinrichtungen an einem Tag durchführt.

Am 6. Juni 1995 wurde die 34 Jahre alte Mary Philips in dem Büro, in dem sie als Buchhalterin arbeitete, ausgeraubt, vergewaltigt und ermordet. Ihre elfjährige Tochter, die zum Zeitpunkt des Überfalls bei ihr war, wurde gewürgt, geschlagen und im Glauben, sie sei tot, dort zurückgelassen. Doch sie überlebte. Im April 1996 wurde der 31-jährige Jack Jones des Mordes, der Vergewaltigung und des versuchten Mordes schuldig gesprochen. Die Geschworenen verurteilten Jack Jones zum Tode ohne im Verfahren gehört zu haben, dass bei ihm in den Monaten vor dem Verbrechen zwei Mal eine bipolare Störung (früher als manisch-depressive Erkrankung bekannt), diagnostiziert worden war.

Nachdem alle Rechtsmittel zurückgewiesen worden waren und der Oberste Gerichtshof der USA sich geweigert hatte, aktiv zu werden, wurde Jack Jones am 24. April 2017 hingerichtet. Er wurde um 19.20 Uhr, 14 Minuten nach Beginn der tödlichen Injektion für tot erklärt. Laut Angaben des Bundesstaates versuchten Mitarbeiter_innen der Strafvollzugsbehörde Arkansas erfolglos, Jones am Hals eine Infusion zu legen und legten dann auf seine Bitte hin zwei andere intravenöse Zugänge und die Hinrichtung erfolgte auf diesem Wege. Der Bundesstaat teilte weiter mit, "die Behauptung, dass Jones seine Lippen bewegte und nach Luft schnappte, wird weder von Presseberichten noch durch andere Zeugen bestätigt".

Gouverneur Asa Hutchinson sagte in einer nach der Hinrichtung veröffentlichten Erklärung: "Heute Abend wurde der Rechtsstaat aufrechterhalten, als das von den Geschworenen bestimmte Strafmaß für Jack Jones nach 20 Jahren Überprüfung in die Tat umgesetzt wurde. Die Familie des Opfers hat in dieser Zeit geduldig auf Gerechtigkeit gewartet. Die Geschworenen verurteilten Jack Jones zum Tode und dieses Strafmaß wurde von Richtern bestätigt und gründlich von Berufungsgerichten jeder Instanz überprüft. Ein Gouverneur würde niemals um eine solche Verantwortung bitten, doch ich akzeptiere sie als Teil meines klaren Versprechens, das Gesetz aufrechtzuerhalten. Jack Jones drückte seine Bereitschaft aus, heute hingerichtet zu werden, und wir hoffen, dies bedeutet stellt für Familie Phillips einen Abschluss dar."

Die Hinrichtung war eine von zwei Exekutionen in Arkansas am Abend des 24. April. Es ist das erste Mal seit dem 9. August 2000 in Texas, dass ein US-Bundesstaat zwei Hinrichtungen an einem Tag durchführt. Damit steigt die Zahl der Hinrichtungen in den USA in 2017 auf neun, drei davon in Arkansas. Damit sind in den USA 2017 bereits fünf Menschen hingerichtet worden und die Gesamtzahl der Hinrichtungen in den USA seit der Wiederaufnahme der Todesstrafe im Jahr 1976 beläuft sich nun auf 1.451. Amnesty International lehnt die Todesstrafe grundsätzlich und uneingeschränkt ab. Zurzeit ist die Todesstrafe in 141 Ländern weltweit per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.

Vielen Dank allen, die mit ihren Appellen versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern.


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