StartseiteNewsletterInfosÜber unsAktiv werdenSpenden
 
 

Todesurteil umgewandelt



24.04.2017

Todesurteil umgewandelt
Herr IVAN TELEGUZ

Ivan Teleguz: © privat
Ivan Teleguz: © privat

Am 20. April hat der Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia das Todesurteil gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Ivan Teleguz, der am 25. April hingerichtet werden sollte, umgewandelt. Ivan Teleguz hat immer seine Unschuld beteuert.

Stephanie Sipe wurde am 23. Juli 2001 in ihrer Wohnung in Harrisonburg, Virginia, tot aufgefunden. Ivan Teleguz verurteilte man mit der Begründung zum Tode, er habe Michael Hetrick beauftragt, diesen Mord zu begehen. Michael Hetrick entging mit seiner Aussage gegen Ivan Teleguz einem Todesurteil. Ein weiterer Mann, Edwin Gilkes, sagte im Verfahren aus, dass Ivan Teleguz in einen weiteren Auftragsmord in Ephrata, Pennsylvania, verwickelt sei. Die Staatsanwaltschaft forderte die Geschworenen auf, Ivan Teleguz zum Tode zu verurteilen, da es Beweise dafür gäbe, dass er Probleme durch "Auftragsmorde" löse. In einer eidesstattlichen Erklärung gab Edwin Gilkes 2010 an, dass er die meisten seiner Aussagen in dem Verfahren "erfunden" habe, um nicht zum Tode verurteilt zu werden.

Am 20. April 2017 erklärte Gouverneur Terry McAuliffe, dass er das Gnadengesuch von Ivan Teleguz auf Grundlage seiner "Überzeugung" abgelehnt habe, "dass verlässliches Beweismaterial den Schuldspruch unterstützt". Nichts-destotrotz meinte der Gouverneur, dass er sich für die Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit der Bewährung entschieden habe, da die Urteilsfindungsphase des Verfahrens "fehlerhaft" gewesen sei. Es war bekannt, dass "die Geschworenen aufgrund falscher Informationen gehandelt haben und dass sie von Leidenschaften und Ängsten getrieben wurden - also nicht von tatsächlichem im Verfahren vorgelegten Beweismaterial, sondern von Schlussfolgerungen. Ein Urteil aufrechtzuerhalten, das auf Falschinformationen und Spekulationen beruht, stellt eine Verletzung des Gerechtigkeitsgrundsatzes dar, der in unserem System sehr wichtig ist."
Gouverneur McAuliffe wies insbesondere auf den Ephrata-Mord hin: "Bei der Argumentation für ein Todesurteil bezog sich die Staatsanwaltschaft explizit auf dieses Beweismaterial und argumentierte, dass Herr Teleguz so gefährlich sei, dass man ihn hinrichten müsse. Wir wissen inzwischen, dass dieser Mord nicht geschehen ist, geschweige denn eine Beteiligung von Herrn Teleguz vorliegt. Es war schlicht und ergreifend eine Falschinformation." Der Gouverneur kommentierte weiter, "während des gesamten Verfahrens wurde der aus Hörensagen stammende Beweis angeführt, Herr Teleguz sei ein Mitglied der russischen Mafia". Doch es wurde "kein Beweis" vorgelegt, der diese Behauptung untermauert hätte. Gleichzeitig, sagte er, lägen Beweise dafür vor, dass diese Angstmacherei die Entscheidung der Geschworenen beeinflusst habe, ein Todesurteil zu verhängen.

Gouverneur McAuliffe merkte darüber hinaus "das Vorkommen unverhältnismäßiger Urteile" in diesem Fall an: das gegen Ivan Teleguz verhängte Todesurteil verglichen mit der lebenslangen Haftstrafe für Michael Hetrick, der den Mord verübt hat.

Die Rechtsanwältin von Ivan Teleguz lässt allen ihren Dank ausrichten, die Appelle für ihren Mandanten geschrieben haben. Sie sagte, dass die Urgent Action sehr viele Menschen über diesen Fall informiert und dazu veranlasst habe, sich für Ivan Teleguz einzusetzen. Nach der Entscheidung des Gouverneurs teilte sie Amnesty International mit: "Ivan ist so dankbar über diese besondere Unterstützung, die er erhalten hat, und die Tausenden Menschen, die ihm zur Hilfe geeilt sind, indem sie seine Geschichte erzählt und mehr Menschen seinen Fall bekannt gemacht haben. Er ist unglaublich berührt darüber, dass Menschen aus der ganzen Welt - die ihn noch nicht einmal kennen - für ihn eingetreten sind. Und es hat funktioniert. Die Hinrichtung ist gestoppt worden und Ivan wird leben und weiter dafür kämpfen, seine Unschuld zu beweisen."

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.


[zurück zu Urgent Actions]

 

  

09.05.2017
Iran: Die Hinrichtung zweier Jugendlicher stoppen!


28.04.2017
Puntland exekutiert fünf Jugendliche


27.04.2017
Arkansas wollte acht Menschen in vier Tagen hinrichten


31.12.2016
Philippinen: Stopp Todesstrafe!