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Drohende Hinrichtung



04.04.2017

Drohende Hinrichtung
Herr JASON MCGEHEE, 40 Jahre

Regierungen, die mit der Todesstrafe Verbrechen bekämpfen wollen, betrügen sich selbst: © Amnesty International
Regierungen, die mit der Todesstrafe Verbrechen bekämpfen wollen, betrügen sich selbst: © Amnesty International

Jason McGehee soll am 27. April wegen eines Mordes, der 1996 verübt wurde, im US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet werden. Er und zwei weitere Männer waren an dem Mord beteiligt, allerdings wurde nur gegen ihn die Todesstrafe verhängt. Zur Zeit des Verbrechens war er gerade 20 Jahre geworden. Heute ist Jason McGehee 40 Jahre alt.

Im Sommer 1996 war der 15-jährige John Melbourne Teil einer Gruppe von Freunden und lebte in einem Haus in Harrison im US-Bundestaat Arkansas. Die Gruppe benutzte gefälschte oder gestohlene Schecks. Laut Prozessakten wurde John Melbourne am 19. August 1996 von fünf der Gruppe - Candace Campbell (17 Jahre alt), Robert Diemart (27 Jahre alt), Christopher Epps (19 Jahre alt), Ben McFarland (17 Jahre alt) und Jason McGehee (20 Jahre alt) - ins 30 Kilometer von Harrison entfernte Omaha gebracht, da sie vermuteten, dass John Melbourne die Gruppe bei der Polizei "verpfiffen" hatte. Dort schlugen sie über einen langen Zeitraum immer wieder auf den 15-Jährigen ein. Christopher Epps, Ben McFarland und Jason McGehee brachten ihn danach in ein Waldgebiet und strangulierten ihn abwechselnd. Der Polizei gegenüber sagte Ben McFarland aus, dass er John Melbourne strangulierte, als dieser starb.

Candace Campbell wurde zu 20 Jahren Haft, Robert Diemart zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Staatsanwalt forderte die Todesstrafe für die anderen drei Männer. Im Laufe des Gerichtsverfahrens nannte er das Verbrechen einen "Mord durch eine zusammengeschlossene Gruppe" und eine "Gruppenaktivität". Christopher Epps und Ben McFarland wurden zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit der späteren Bewährung verurteilt. Im Januar 1998 wurde Jason McGehee als Letzter vor Gericht gestellt. Das Gerichtsverfahren dauerte vier Tage lang, wobei die Phase der Strafbemessung nur ein paar Stunden erforderte. Die Geschworenensprachen sich für die Todesstrafe aus. 2008 entschied das zuständige US-Bundesbezirksgericht, dass der Richter zu Unrecht die Präsentation der Verteidigung verhinderte, in der sie bestimmte "Beweise eines wiederholten Musters von physischer und emotionaler Misshandlung, einer Vernachlässigung durch die Eltern und traumatisierende Ereignisse", die während der "der prägenden Jahren als Kind, Heranwachsender und Jugendlichen passierten und Einfluss auf die Person, die er jetzt ist, hatte", vorlegen wollte. Der Richter befand, dass die Beweise die Geschworenen dazu hätte bringen können, gegen die Todesstrafe zu stimmen. Aus diesem Grund ordnete er eine neue Strafbemessung an. Das Berufungsgericht hob diese Entscheidung jedoch 2009auf, da Bundesgerichte auf der Grundlage von Verfahrensregeln nicht befugt seien, die Beweise in Anbetracht zu ziehen.

Alle drei Gerichtsverfahren wurden vom selben Richter geleitet. Der inzwischen pensionierte Richter beantragt nun die Umwandlung des gegen Jason McGehee verhängten Todesurteils. In einem Brief vom 15. März 2017 schreibt er, dass der Tod von John Melbourne eine "tragische Folge einer fehlgeleiteten Gruppendynamik" war und dass diese Dynamik "zu einer Tat eskalierte, die Jason McGehee allein nie begangen hätte". Aufgrund der Tatsache, dass im Januar 2017 Ben McFarlands Urteil einer lebenslangen Haftstrafe ohne Bewährung zu einer 40-jährigen Haftstrafe umgewandelt wurde und er somit berechtigt ist, ab 2025 auf Bewährung entlassen zu werden, und dass Jason McGehees "eine außerordentliche Anpassung im Gefängnis" zeigt betrachtet der Richter das Todesurteil nun als "unverhältnismäßig". Ein weiterer Unterstützer für eine Umwandlung des Todesurteils in eine Haftstrafe ist der ehemalige Vorsitzende der US-Gefängnisbehörde in Arkansas. Er beschrieb Jason McGehees "vorbildliches" Verhalten im Todestrakt und die "beeindruckenden" Akteneinträge bezüglich seines disziplinierten Verhaltens. Er erklärte, dass er während seiner 40 Jahre Gefängnisarbeit noch keinen Insassen kennengelernt habe, der mit Jason McGehee vergleichbar wäre. Er kam zu dem Schluss, dass "er auch in der normalen Gesellschaft wieder funktionieren würde".

SCHREIBEN SIE BITTE

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte begnadigen Sie Jason McGehee und wandeln Sie sein Todesurteil in eine Haftstrafe um.
  • Bitte berücksichtigen Sie, dass Jason McGehee zum Zeitpunkt des Verbrechens 20 Jahre alt war, die Beweise seiner Fortschritte, seitdem er inhaftiert wurde und die Tatsache, dass die Geschworenen nicht über die strafmildernden Beweise über seine Kindheit informiert waren.
  • Beachten Sie zudem bitte, dass der leitende Richter aller drei Gerichtsverfahren glaubt, dass Jason McGehees Todesurteil unverhältnismäßig sei und dass er und der ehemalige Vorsitzende der US-Gefängnisbehörde eine Umwandlung des Todesurteils in eine Haftstrafe befürworten.

APPELLE AN

GOUVERNEUR VON ARKANSAS
The Honorable Asa Hutchinson
Governor of the State of Arkansas,
State Capitol, Suite 250
500 Woodlane St, Little Rock, AR 72201
USA
(Anrede: Dear Govenor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (001) 501 682 3597 oder (001) 501 682-1382
E-Mail: http://governor.arkansas.gov/contact-info/
(Da dieses Formular nur mit einer US-Adresse zu verwenden ist, tragen Sie bitte Ihren Namen und die Adresse der US-Sektion von Amnesty International ein:
600 Pennsylvania Ave. SE, 5th Floor
Washington, D.C. Zip Code: 20003)

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
Herrn Kent Doyle Logsdon
Geschäftsträger a.i., Gesandter-Botschaftsrat
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, sodass sie noch vor dem 27. April 2017 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN (AUF ENGLISCH)

In its 2005 ruling banning the execution of those under 18 at the time of the crime, the US Supreme Court recognized the immaturity, impulsiveness, poor judgment, underdeveloped sense of responsibility and vulnerability to peer pressure often seen in youth, as well as their potential for rehabilitation and reform. The Court also noted that the "qualities that distinguish juveniles from adults do not disappear when an individual turns 18". Scientific research has continued to show that development of the brain and psychological and emotional maturation continues well past the age of 18 and into a person's 20s. An independent expert paper issued in 2015 by the National Institute of Justice at the US Department of Justice on young adults and the justice system noted that "Young adults are developmentally distinct from older adults. Recent scientific work suggests that the human brain continues to develop well into the 20s, particularly in the prefrontal cortex region, which regulates impulse control and reasoning. Several studies suggest that people do not develop adult-quality decision-making until the early 20s, and others have shown that psychosocial capacities continue to mature even further into adulthood? Because of [the 'maturity gap'], young adults are more likely to engage in risk-seeking behaviour, have difficulty moderating their responses in emotionally charged situations, or have not fully developed a future-oriented method of decision-making."

When Jason McGehee's trial lawyer attempted to introduce certain evidence about the defendant's childhood, the prosecution objected and the judge ruled that the evidence was not relevant to mitigation and blocked it. In its 2008 ruling, however, the US District Court found that the evidence "was not remote or tenuous" but "specific to McGehee, his childhood and traumatic events that occurred during his twenty years up to the commission of the crime". Furthermore, this type of evidence "is routinely included" in capital trials and has been "deemed relevant" by the Arkansas and US Supreme Courts. In this case, all of the traumatic and abusive events in question "occurred either directly to him or in his presence" and "arguably were factors in the outcome of the young man he became". The fact that the defendant was 20 years old at the time of the crime meant that "these events were not too remote in time" to erode their relevance and "may have served as a basis for mercy" if presented to the jury.

In 2002, the Arkansas Supreme Court rejected the argument that Jason McGehee's death sentence was disproportionate compared to the life sentences of his two co-defendants. It noted that "comparative proportionality review is not constitutionally mandated", and that the "statutory check on arbitrariness" was the separate sentencing hearing in which the jury is provided with information on aggravating and mitigating factors. The evidence from the past four decades, however, has made it "increasingly clear that the death penalty is imposed arbitrarily", that is, "without the reasonable consistency legally necessary to reconcile its use with the Constitution's commands", as US Supreme Court Justice Stephen Breyer put it in June 2015.

Like many states, Arkansas has faced problems sourcing chemicals for its lethal injection protocols and implementing protocols that courts find constitutional. On 23 June 2016, the Arkansas Supreme Court upheld the state's three-drug execution protocol, which uses a barbiturate or midozalam as a sedative, vecuronium bromide as a paralytic agent, and potassium chloride to induce fatal cardiac arrest. After the US Supreme Court declined to intervene in February 2017, Governor Hutchinson set execution dates for the eight men on whose behalf the legal challenge to the protocol had been brought: Bruce Ward and Don Davis on 17 April; Ledelle Lee and Stacey Johnson on 20 April; Marcel Williams and Jack Jones on 24 April, and Jason McGehee and Kenneth Williams on 27 April. See https://www.amnesty.org/en/documents/amr51/5816/2017/en/.

There have been six executions in the USA in 2017, bringing the total to 1,448 since judicial killing resumed in the USA in 1977 under capital statutes approved by the US Supreme Court in 1976. The last execution in Arkansas - its 27th since 1977 - was carried out in 2005. Amnesty International opposes the death penalty in all countries and all cases,

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for clemency for Jason McGehee and for his death sentence to be commuted.
  • Noting the defendant's young age at the time of the crime, the evidence of his development since then and the fact that the jury did not hear certain compelling mitigating evidence about the defendant's childhood.
  • Nothing that the judge who presided over all three trials believes that Jason McGehee's death sentence is disproportionate, and that he and former head of the Department of Corrections support clemency.

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