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Gambia: 22 Todesurteile in lebenslange Haft umgewandelt

10.05.2019

Gambias Präsident Adama Barrow hat am 9. Mai 2019 die Todesurteile von 22 Gefangenen in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Marie-Evelyne Petrus Barry, Regionaldirektorin von Amnesty International für West- und Zentralafrika, die sich letzte Woche mit dem gambischen Präsidenten getroffen hatte, kommentiert: „Die Umwandlung dieser Todesurteile ist ein wichtiger Meilenstein für Gambia, das sich langsam und stetig von der Todesstrafe entfernt.“ In dem Gespräch mit Amnesty International hatte Präsident Barrow zuvor seine Zusage bekräftigt, diese grausame Bestrafung zu verbieten.

Marie-Evelyne Petrus Barry unterstrich, „wir möchten, dass die Behörden die Todesstrafe für alle Straftaten unverzüglich per Gesetz abschaffen, auch in der künftigen Verfassung des Landes.“



Hintergrund

Bei ihrer Mission in Gambia hatte Amnesty International den Behörden eine Reihe von Empfehlungen unterbreitet, darunter auch die Abschaffung der Todesstrafe und die Umwandlung aller Todesurteile in Freiheitsstrafen. Im Februar 2018 hatte Präsident Barrow die Einführung eines offiziellen Hinrichtungsmoratoriums bekannt gegeben. Im September 2018 ratifizierte Gambia das Zweite Fakultativprotokoll zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte mit dem Ziel der Abschaffung der Todesstrafe. Das westafrikanische Gambia wurde damit der 86. Vertragsstaat dieses völkerrechtlichen Abkommens. Todesurteile wurden in dem Land selten ausgesprochen. Der Vollzug erfolgte durch den Strang oder ein Erschießungskommando.

Amnesty International wendet sich ausnahmslos gegen die Todesstrafe, ungeachtet der Schwere und der Umstände einer Tat, der Schuld, Unschuld oder besonderen Eigenschaften des Verurteilten, oder der vom Staat gewählten Hinrichtungsmethode, da sie das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschriebene Recht auf Leben verletzt und die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen darstellt. Die Todesstrafe ist nicht umkehrbar und wird von Justizsystemen verhängt und angewendet, die nicht gegen Diskriminierung und Irrtümer gefeit sind.

Amnesty International, Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe, 10. Mai 2019





  

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