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Japan: Todesstrafe für Anschlag

18.07.2018

Sieben Mitglieder der neureligiösen Gruppierung Aum Shinrikyo (Aum) sind am Freitag, 6. Juli 2018, in Japan ohne Vorankündigung durch den Strang hingerichtet worden. Unter ihnen befand sich auch der „Guru“ Chizuo Matsumoto. Amnesty International verurteilt die Exekutionen und ist der Überzeugung, dass sie keine Gerechtigkeit schaffen.

Die Hingerichteten sind die ersten von 13 Personen, die für ihre Beteiligung am Giftgasattentat auf die Tokioter U-Bahn im Jahr 1995 und an anderen illegalen Aktivitäten zum Tode verurteilt worden waren. Der U-Bahn-Anschlag tötete 13 Personen. Darüber hinaus gab es Tausende Verletzte, die unter den Auswirkungen des Nervengases leiden.

„Die heutigen Hinrichtungen sind beispiellos für die jüngere Entwicklung in Japan. Die Anschläge, die von Aum verübt wurden, waren verabscheuungswürdig und die Verantwortlichen verdienen es, bestraft zu werden. Die Todesstrafe ist jedoch niemals die Antwort“, so Hiroka Shoji, Ostasien Researcherin bei Amnesty International.

„Gerechtigkeit verlangt die Übernahme von Verantwortung, aber auch den Respekt für die Menschenrechte eines jeden. Die Todesstrafe kann dies niemals erfüllen, da sie die äußerte Ablehnung der Menschenrechte ist.“

Die sieben Personen, die in den frühen Morgenstunden des Freitags hingerichtet wurden, waren: Chizuo Matsumoto, Tomomasa Nakagawa, Tomomitsu Niimi, Kiyohide Hayakawa, Yoshihiro Inoue, Seiichi Endo und Masami Tsuchiya.

Die Hinrichtungen fanden in Gefängnissen in ganz Japan statt. Bei einigen der Gehängten standen noch Anträge auf Wiederaufnahmeverfahren aus. Die sechs weiteren zum Tode verurteilten ehemaligen Sektenmitglieder sind nun in akuter Gefahr, zeitnah ebenfalls exekutiert zu werden.

Im März 2018 lehnte Japan Empfehlungen zur Reform des Todesstrafensystems des Landes ab. Die Empfehlungen wurden von anderen Staaten im Rahmen einer formalen Überprüfung der Menschenrechte in Japan bei den Vereinten Nationen vorgebracht.

„Anstatt die Behauptung zu wiederholen, dass Hinrichtungen unausweichlich sind, weil die Öffentlichkeit diese fordert, muss die japanische Regierung Führung beim Thema Menschenrechte zeigen“, so Hiroka Shoji.

Amnesty International lehnt die Todesstrafe in allen Fällen ohne Ausnahme ab und setzt sich seit über 40 Jahren für ihre Abschaffung ein.

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Amnesty International, Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe, 18. Juli 2018






  

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