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Sambia: massenhaft Todesurteile umgewandelt

17.07.2015

332 Gefangenen drohte in Sambia der Tod durch den Strang. Nun hat am 16. Juli 2015 der Präsident des im südlichen Afrika gelegenen Staats, Edgar Lungu, alle Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Die Delinquenten sitzen alle im völlig überbelegten Hochsicherheitsgefängnis Mukobeko in Kabwe ein.

Amnesty International bezeichnete diese Entscheidung als einen anerkennenswerten ersten Schritt und als einen „Triumph“ für das Recht auf Leben. Deprose Muchena, Amnesty-Direktor für das südliche Afrika, unterstrich, „wir loben Präsident Lungu für diese Entscheidung, aber er muss mehr tun und die Todesstrafe in dem Land völlig abschaffen. Sambia sollte sich den Ländern rund um den Erdball anschließen, die sich von der Todesstrafe wegbewegen. Regierungen, die weiterhin die Todesstrafe anwenden und meinen, sie könnten Verbrechen damit reduzieren, unterliegen einer Selbsttäuschung.“

Im Februar 2010 hatte die nationale Verfassungskonferenz Sambias entschieden, die Todesstrafe in dem Entwurf einer neuen Verfassung beizubehalten. Verbrechen wie Mord, Hochverrat und Raub mit tödlichen Waffen werden in Sambia mit dem Tod bestraft. Allerdings hat das Land seit 1997 niemanden mehr gehängt. In Afrika südlich der Sahara sind Hinrichtungen zuletzt deutlich zurückgegangen. 2014 wurde nur von drei Ländern - Äquatorialguinea, Somalia und Sudan - bekannt, dass sie Gefangene exekutiert haben.

Amnesty International, Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe, 17. Juli 2015





  

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