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Richtet Nigeria wieder hin?

26.10.2012


Nach Gambia droht nun ein weiterer afrikanischer Staat „rückfällig“ zu werden: In Nigeria, im südwestlichen Bundesstaat Edo, sind derzeit zwei Todeskandidaten in unmittelbarer Gefahr, exekutiert zu werden. Die beiden Männer wurden im Januar und Juni 1996 des Mordes für schuldig befunden und zum Tod durch Erhängen verurteilt. Seitdem befinden sie sich im Todestrakt. Gerichtsverhandlungen über einen Hinrichtungsaufschub sind noch anhängig.

Die letzten bekannten Hinrichtungen in Nigeria sind 2006 vollzogen worden. Damals wurden mindestens sieben Männer gehängt. Der Justizminister äußerte im Oktober 2011, dass ein landesweiter Hinrichtungsstopp gelte, die Einhaltung dieses Moratoriums jedoch „freiwillig“ sei. Ende 2011 befanden sich mindestens 920 Menschen im Todestrakt, darunter auch Frauen und jugendliche Straftäter. Viele der Todestraktinsassen wurden im Rahmen von ganz offensichtlich unfairen Verfahren zum Tode verurteilt. Einige waren bereits mehr als ein Jahrzehnt inhaftiert, bevor ihre Gerichtsverfahren begannen.

Anfang Oktober 2012 unterschrieb der Gouverneur des Bundesstaats Edo die Hinrichtungsbefehle der beiden Gefangenen. Offensichtlich hatte ihn die Gefängnisverwaltung zuvor darüber informiert, dass die Todestraktinsassen „nicht länger kontrollierbar“ seien. Aus dem Oko-Gefängnis in Benin-Stadt, in dem die zwei Männer einsitzen, war vor Kurzem berichtet worden, einige Todestraktinsassen seien in einen Ausbruch verwickelt. Dies soll den Gouverneur dazu veranlasst haben, die beiden Hinrichtungsbefehle zu unterschreiben.

Der aktuelle Versuch, Hinrichtungen in Nigeria wieder aufzunehmen, folgt einer Ankündigung mehrerer Gouverneure aus dem Jahr 2011. Sie hatten erklärt, dass sie die Fälle aller zum Tode Verurteilten überprüfen und Hinrichtungsbefehle unterzeichnen werden, um so die Gefängnisse des Landes zu entlasten.

WERDEN SIE AKTIV
Schreiben Sie bitte an den Gouverneur des Bundesstaats Edo und fordern Sie ihn auf, die Hinrichtungen der beiden Männer sofort mit allen verfügbaren Maßnahmen zu verhindern. Bitten Sie den Gouverneur, einen Hinrichtungsstopp im Bundesstaat Edo mit dem Ziel zu verfügen, die Todesstrafe vollständig abzuschaffen. Informationen dazu finden Sie [hier].

Amnesty International, Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe, 26. Oktober 2012





  

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