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Idaho kann es nicht lassen

21.11.2011


Am Morgen des 18. November 2011 vollstreckte der US-Bundesstaat Idaho sein erstes Todesurteil seit 17 Jahren. Es ist die zweite Hinrichtung in diesem im Nordwesten der USA gelegenen Bundesstaat seit 1957. Der 54-jährige Paul Rhoades wurde durch die Giftspritze getötet, nachdem er über 20 Jahre im Todestrakt verbracht hatte.

Paul Rhodes war am 25. März 1987 im Alter von 30 Jahren festgenommen worden. Man legte ihm zur Last, in den Monaten zuvor drei Frauen ermordet zu haben. In getrennten Verfahren wurde er in zwei Fällen wegen Mordes zum Tode verurteilt, in dem dritten Fall erging gegen ihn eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Begnadigungsausschuss des Bundesstaats Idaho lehnte Paul Rhoades' Antrag auf eine Begnadigungsanhörung ab und empfahl, keine Gnade zu gewähren. Seine Rechtsbeistände versuchten vergeblich, einen Hinrichtungsaufschub bei den Gerichten zu erwirken. Als der Oberste Gerichtshof der USA auch das letzte Rechtsmittel am 17. November 2011 abwies, war sein Schicksal besiegelt. Die Exekution fand etwa eine Stunde später als geplant statt, weil ein Richter des Bundesstaates in letzter Minute noch einen weiteren Antrag in Erwägung zog, dies aber letztendlich doch verwarf.

Den Medien zufolge wurde der Gouverneur des Bundesstaats Idaho, Clement L. Otter, mit Appellschreiben zur Verhinderung der Exekution „überflutet“. Diese wurden unter anderem auch von der Europäischen Union, dem Vatikan oder der Regierung der Schweiz versandt.

Nach der Hinrichtung veröffentlichte Gouverneur Otter seine Stellungnahme: „Meine Gedanken und Gebete sind gerichtet an die Opfer, ihre Hinterbliebenen, die Mutter von Paul Rhoades und allen, die von diesen Verbrechen betroffen sind. Herr Rhoades konnte über 20 Jahre lang vollen und ungehinderten Gebrauch von seinem Recht auf ein ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren machen. Das Gerichtsverfahren nahm seinen Lauf und Herr Rhoades wurde für seine Taten zur Verantwortung gezogen. Der Bundesstaat Idaho hat sein Bestes gegeben, um dieser ernsten Verantwortung mit Respekt, Professionalität und insbesondere Würde für alle Beteiligten gerecht zu werden“. 16 weitere Todeskandidaten, darunter eine Frau, sind derzeit in Idaho vom Vollzug der Todesstrafe bedroht.

Amnesty International, Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe, 21. November 2011





  

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