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Vietnam setzt auf Gift

18.06.2011


Im Oktober 2004 ersuchte der Ministerpräsident Vietnams die Polizei, eine andere Hinrichtungsmethode in Erwägung zu ziehen, weil manche Mitglieder der bisher üblichen Erschießungskommandos wegen des psychischen Stresses das Ziel verfehlt hatten. Im Februar 2006 schlug das Ministerium für öffentliche Sicherheit vor, Hinrichtungen durch Giftinjektionen durchzuführen.

Die Nationalversammlung stimmte im Mai 2010 nach monatelanger Parlamentsdebatte fast einstimmig für eine Änderung der Hinrichtungsmethode. In der Gesetzesvorlage hieß es zur Begründung: „Giftspritzen verursachten weniger Schmerzen bei den Verurteilten und ihre Leichen bleiben intakt. Außerdem kostet diese Methode weniger und verringert den psychologischen Druck, dem die Vollstreckungsbeamten ausgesetzt sind." Die Änderung soll am 1. Juli 2011 wirksam werden. Es wurde berichtet, das Ministerium für öffentliche Sicherheit habe Ausbildungskurse für die Vollstrecker organisiert, um die Umsetzung des Gesetzes sicherzustellen.

Die Todesstrafe ist in Vietnam seit der Kolonialzeit in Kraft. Sie kann aktuell für 22 Tatbestände ausgesprochen werden. Die Bandbreite reicht von Mord über Drogendelikte bis hin zu Straftaten gegen die Wirtschaftsordnung. Medienberichten zufolge wurden 2010 mindestens 34 Personen zum Tode verurteilt. Es wird jedoch angenommen, dass die tatsächliche Zahl viel höher liegt. Offizielle Statistiken über die Todesstrafe werden aus Gründen der Geheimhaltung nicht veröffentlicht.

Amnesty International, Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe, 18. Juni 2011





  

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