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Wegen angeblicher Homosexualität hingerichtet

27.10.2009


Rahim Mohammadi wurde am 5. Oktober 2009 wegen homosexueller Handlungen in Iran gehängt. Der Vater einer zwölfjährigen Tochter war mit Kobra Babaei verheiratet. Die iranischen Behörden hatten den Anwalt von Rahim Mohammadi nicht über die bevorstehende Hinrichtung informiert, obwohl dies nach iranischem Recht vorgeschrieben ist.

In einem Interview Anfang 2009 hatte Mohamad Mostafaei, der Anwalt von Kobra Babaei und Rahim Mohammadi, erklärt, das Ehepaar habe nach einer langen Zeit der Arbeitslosigkeit versucht, durch Prostitution seinen Lebensunterhalt sicherzustellen. Kobra Babaei und Rahim Mohammadi wurden daraufhin des Ehebruchs für schuldig befunden und zum Tode durch Steinigung verurteilt. Gegen Rahim Mohammadi erging außerdem wegen „homosexueller Handlungen“ das Todesurteil, wobei die Hinrichtungsmethode bei dieser „Straftat“ vom Richter festgelegt wird.

Rechtsanwalt Mostafaei betrachtet die Hinrichtung von Rahim Mohammadi als rechtswidrig. Er macht geltend, dass es keine Beweise für homosexuelle Handlungen seines Mandanten gebe, und er davon ausgehe, dass diese Anklage gegen seinen Mandanten erhoben wurde, damit die Behörden ihn durch den Strang hinrichten konnten und nicht durch Steinigung. Rahim Mohammadi befand sich bis zu seiner Exekution im Gefängnis von Tabriz, einer im Nordwesten Irans gelegenen Stadt.

2002 verfügte die Oberste Justizautorität Irans (Leiter der Justizbehörden) ein Moratorium für Hinrichtungen durch Steinigung. Dennoch sind seit 2002 wenigstens fünf Männer und eine Frau zu Tode gesteinigt worden. Nach Kenntnis von Amnesty International droht derzeit weiteren sieben Frauen und zwei Männern die Steinigung.

Amnesty International, Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe, 27. Oktober 2009





  

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