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Tag gegen die Todesstrafe: Weniger Henkerstaaten, aber mehr Hinrichtungen

09.10.2009

Immer weniger Staaten richten Menschen hin, doch einige wenige Staaten richten immer mehr Menschen hin. Das ist das Fazit von Amnesty International anlässlich des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober. 139 Staaten haben die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. Demgegenüber steht eine Minderheit von 58 Staaten, die an der Todesstrafe festhält. „Der weltweite Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe dauert an und ist unumkehrbar. Die Staaten mit Todesstrafe sollten dieses Signal verstehen und endlich Schritte ergreifen, um die Todesstrafe zu überwinden“, sagte Oliver Hendrich, Anti-Todesstrafen-Experte bei Amnesty International Deutschland. „Die Todesstrafe ist ein Auslaufmodell und ihre Abschaffung überfällig.“

2009 schafften Burundi und Togo die Todesstrafe vollständig ab, in Kenia wurden bei einer Generalamnestie sämtliche Todesurteile umgewandelt. Doch gleichzeitig dokumentiert Amnesty International steigende Hinrichtungszahlen. 2008 wurden mindestens 2.390 Menschen (1.252 in 2007) hingerichtet und mindestens 8.864 (3.347 in 2007) zum Tode verurteilt. Mehr als 20.000 Menschen sitzen derzeit weltweit im Todestrakt. Zum harten Kern der Staaten, die Menschen und hinrichten, gehören China, Iran, Saudi-Arabien, Pakistan und die USA. 2008 waren diese fünf Länder für 93 Prozent aller Hinrichtungen verantwortlich. Viagra generika rezeptfrei kosten apotheke. Viagra generika kaufen online in Aachen.

Weiterhin richtet China jährlich mehr Menschen hin als jedes andere Land der Welt. Dort kann die Todesstrafe für 68 verschiedene Vergehen verhängt werden – auch für Straftaten, die keine Gewaltverbrechen sind. Iran henkt nach Beobachtungen von Amnesty International immer mehr Menschen. Allein seit den Präsidentenwahlen im Juni sind mindestens 115 Todesurteile vollstreckt worden (2008: mind. 346 Hinrichtungen). Auch in den USA wurden 2009 bereits mehr Menschen hingerichtet als im vergangenen Jahr. Allerdings schaffen immer mehr US-Bundesstaaten die Todesstrafe ab. Im März strich New Mexiko als 15. Bundesstaat die Todesstrafe aus dem Strafgesetz.

Amnesty International lehnt die Todesstrafe als grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe ab. Die Organisation gehört wie mehr als 60 weitere Nichtregierungsorganisationen der Weltkoalition gegen die Todesstrafe an. Die Weltkoalition rief den Internationalen Tag gegen die Todesstrafe im Jahr 2002 aus.

Weitere Informationen (Zahlen, Fakten, Hintergründe, Weltkarte, etc.) finden Sie unter www.amnesty-todesstrafe.de. Oliver Hendrich, Anti-Todesstrafen-Experte bei Amnesty International Deutschland, steht für Interviews gerne zur Verfügung.

Kontakt:
AMNESTY INTERNATIONAL Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Pressestelle . Postfach 28 01 08 . 10411 Berlin
T: +49 30 420248-306 . F: +49 30 420248-330 . E presse@amnesty.de





  

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